Ab da ging es zügig bergauf. Ihr Schokoladenersatz, den sie ChoViva nannten und zunächst zu Hause im Thermomix herstellten, ist inzwischen ein Renner auf dem Lebensmittelmarkt. „Mit unserer Rezeptur liefern wir der Süßwarenindustrie eine geschmacklich überzeugende, preislich attraktive, skalierbare und CO2-reduzierte Alternative, die zudem mit stabilen Lieferketten punktet“, sagt Maximilian Marquart. Einzelne Kunden glaubten früh an die Schokoinnovation und steuerten Finanzmittel bei – „das beflügelte uns“.
7.000 Tonnen pro Jahr
Die Geschwister merkten schnell, dass sie „die geforderten Mengen für den ersten Großkunden nicht in der hauseigenen Küche herstellen können“, sagt Sara Marquart. Folglich zog die noch kleine Firma 2022 in ein Büro- und Entwicklungszentrum in Planegg und baute eine Produktionsstätte im tschechischen Pilsen auf.
Heute beschäftigt das Unternehmen 70 Mitarbeiter und produziert 7.000 Tonnen pro Jahr, 14.000 Tonnen sind möglich. Mehr als 40 Marken und Hersteller sind Kunden. Wegen des schnellen Wachstums gibt es Überlegungen für einen 2. Standort in Tschechien. Wie hat Planet A Foods das geschafft?
Universeller Schokoladenersatz
„Der entscheidende Faktor für unseren Erfolg war die industrielle Integrierbarkeit“, erklärt Maximilian Marquart. Denn Abnehmer greifen eher zu, wenn sie die bestehenden Produktionsprozesse nicht anpassen müssen. Sie erhalten ChoViva als Rohstoff für Süßwaren wie Kekse, Pralinen, Riegel, Eis und Backzutaten.
Vertrieb durch Weltmarktführer
Einen „Ritterschlag“ nennt Sara Marquart die 2025 vereinbarte Partnerschaft mit der Barry Callebaut AG, Weltmarktführer für Schokolade. „Das hilft uns enorm im globalen Vertrieb“, freut sie sich. Der Konzern wird für Planet A Foods Vertrieb und Produktion in den jeweiligen Ländern übernehmen.
Klimawandel gefährdet Rohstoff
In der strategischen Ausrichtung ihrer Firma sind sich die Geschwister einig. „Wir sind zusammen aufgewachsen, haben die gleichen Werte und vertrauen einander“, sagt Sara Marquart. Das trägt zu schnellen Entscheidungen und Abläufen bei. Ihre Aufgaben sind jedoch klar getrennt. Während ihr Bruder als CEO für Vertrieb und Marketing zuständig ist, kümmert sie sich als CTO um Einkauf und Produktentwicklung. „Ich bin im Herzen Wissenschaftlerin.“
Das Duo hat bereits andere Zutaten im Blick. „Wir wollen unser Know-how systematisch auf weitere, klimabedingt gefährdete Rohstoffe übertragen“, sagt Maximilian Marquart. Erste Versuche finden bereits mit Ölen und Fetten statt, mehr wird nicht verraten.
Vision: zukunftssichere Lebensmittelzutaten
Die innovationsfreudigen Geschwister streben nicht weniger als eine Revolution auf dem Lebensmittelmarkt an. Ihre Vision formuliert der CEO so: „Wir wollen der globale Standard für nachhaltige, zukunftssichere Lebensmittelzutaten werden und die Industrie unabhängig von gefährdeten Rohstoffen machen.“ Der Marktanteil von Planet A Foods beträgt bei alternativer Schokolade 100 Prozent. „Wir wollten von Anfang an ein B2B-Food-Tech-Unternehmen gründen, das liefern kann“, ergänzt Sara Marquart. Dieses Ziel, findet sie, hätten sie erreicht.